www.rudern-macht-doof.de


Das Personal
Die Fahrten
Fotos
Tourtipps
Die Planungen
Liedgut
Diskussionsforum
Gästebuch
Was mit muß...
Sprüche
Shop
Links
Impressum
Sitemap
Home
"Same procedure as last year?"
Saar-/Moselwanderfahrt vom 28. September bis 6. Oktober
Saarburg - Koblenz (213 km)
 

Same procedure as last year? Nicht ganz, aber von den 17 Teilnehmern der Mannschaft der Moselwanderfahrt vor genau einem Jahr waren immerhin Jonathan Gerloff, Dieter Böttger und Hartmut Jödicke vom Bootsclub Nordhorn sowie Thomas Berlin, Lukas Tönnies, Markus Heineking, Alexander Kuipers, Meike Buck, Thorsten Lüttel und Jens Wegmann vom Osnabrücker Ruderverein wieder dabei. Ergänzt wurde die Mannschaft von 8 Ruderern, größtenteils ältere Herren, vom BCN. Glücklicherweise musste ich mich in diesem Jahr um fast nichts kümmern, denn die Osnabrücker waren von Dieter Böttger und dem BCN eingeladen worden.
Da die Nordhorner Ruderabteilung recht klein ist, nicht über sehr viele Boote verfügt und auch keinen Trailer besitzt, luden Thomas, Markus und ich am Nachmittag des 27. September "Ko-Ko" auf den Hänger und später dann in Nordhorn noch die beiden D-Zweier "Almelo" und "Stadt Nordhorn" sowie den D-Vierer "Niedersachsen II". Am Samstag transportierten wir dann die Boote nach Trier, holten die anderen Teilnehmer vom Bahnhof ab und gingen an der Mosel Essen.
Der Sonntag sollte ein erlebnisreicher Tag werden. Nach dem Frühstück bei ca. 5°C und Nebel über der Mosel hängten wir wieder an und fuhren den ersten Teil der Mannschaft nach Saarburg, von wo aus uns die erste Etappe wieder zurück nach Trier führen sollte. Während wir aufriggerten und die Boote einstellten kam die zweite Rutsche mit dem VW-Bus, so dass wir in die Boote steigen und ablegen konnten. Das Wetter war inzwischen so wie wir uns das vorgestellt hatten: Bei gut 20°C schien die Sonne und ließ uns eine herrliche Etappe nach Trier rudern. Als wir bei der Trierer RG angelegt hatten, durften wir feststellen, dass unsere neue Kühlbox ganze Arbeit geleistet hatte: Die Milch musste im Wasserbad wieder aufgetaut werden, um uns unseren verdienten Kaffee verfeinern zu können.
Am Abend hörte ich dann, dass es einem Teilnehmer der Gruppe, der am Tag den Landdienst übernommen hatte, nicht so besonders gut ging und er wohl ins Krankenhaus müsse. Nun gut, ich habe dann gemeinsam mit Meike den VW-Bus geholt und ihn ins Krankenhaus gebracht, wo er so lange bettelte und jammerte, bis er dort bleiben durfte. Durch die Bitte, ihm doch am nächsten Tag sein restliches Gepäck ins Krankenhaus zu bringen klärte sich auch ein Rätsel des Nachmittags auf: Wir hatten bereits gemeinsam diskutiert, wofür das kleine Holzbrettchen mit Klappfüßchen zu gebrauchen war, das vor einem der Betten stand. Nun wussten wir es: Es diente unserem kranken Teilnehmer als Meditationsbänkchen! Wozu auch immer man so etwas auf einer Ruderwanderfahrt benötigt …
Am nächsten Morgen hatte Alex als Landdienst die Aufgabe, für sich und eine weitere Teilnehmerin neue Schlafsäcke zu kaufen, da die nächtlichen Temperaturen die mitgebrachten Versionen doch etwas überforderten. Die Etappe nach Neumagen, wo wir auf dem bekannten sehr schönen Campingplatz übernachteten, war dank der Sonne, die den morgendlichen Nebel vertrieb, kein Problem und brachte uns die gewohnt schöne Landschaft der Mosel. Beim Abendessen begrüßten wir die drei letzten Teilnehmer, die erst in Neumagen zu uns stießen.
Auch die nächste Etappe nach Erden verlief problemlos und brachte uns schönes Wetter. Bei einem durchschnittlichen Spekulatiusverbrauch von 7 Stück pro Kilometer und Ruderer erreichten wir recht schnell unser Ziel, wo es bei der Wende zum Anlegen unter mir plötzlich "knack" sagte. Einer der nagelneuen BCN-Rollsitze war durchgebrochen.
Nach dem Anlegen durften wir die Auswirkungen des starken Mosel-Tourismus erleben: Der Campingplatz Erden, der pro Person doch glatt fast 10 Euro verlangt, verkauft auch noch Duschmarken für 1,50 Euro mit denen man dann knapp drei Minuten warmes Wasser hat. Da waren wir letztes Jahr im Ruderverein Traben-Tarbach deutlich besser untergebracht.
Am Mittwoch gönnten wir uns einen Ruhetag und wanderten durch die Weinberge nach Bernkastel-Kues.
Am nächsten Tag auf der Etappe nach Ediger-Eller ließ uns das gute Wetter erstmals für kurze Zeit im Stich. Doch der Regen war wohl nicht die einzige Erklärung dafür, dass ich aus unserem Boot, der Ko-Ko, als Steuermann mit meiner Mannschaft einen Wasserspiegel über Kiel von etwa 20 cm mit Hilfe einer aufgeschnittenen Wasserflasche herausschöpfen durfte.
Am nächsten Tag dann entstand die Legende von Uwe Zeitlos (Name geändert, dem Verfasser bekannt). Fast eine halbe Stunde nach dem Ablegen von der ersten Schleuse erhielten wir einen Handy-Anruf, dass ein Vierer an der Schleuse noch im Gras steckte. Oder besser, die Nasen seiner Besatzung. Auf der Suche nach einer offenbar recht teuren Uhr. Da die Suche vergeblich war, war das Äquivalent zur Sackbord-Legende 2001 geboren: die Uwe-Zeitlos-Legende von 2002.
Am Abend stand der herbeigesehnte Besuch der Druidenstube in Moselkern an, in der wir im letzten Jahr hervorragend und sehr reichlich gegessen hatten. Leider hat der Euro auch vor diesem Ort nicht halt gemacht, so dass die Mengen kleiner, das Essen fettiger (man wird schneller satt) und die Preis höher wurden (0,5l Apfelsaftschorle 4,- Euro!). Nach dem Essen machten Thomas, Markus, Jonathan, Thorsten, Meike, Alex und ich noch eine nächtliche Wanderung in Richtung Burg Eltz, doch nach etwa 2/3 des Weges wurde es auch dem harten Kern zu dunkel und zu glitschig, um den Aufstieg mit zwei kleinen Taschenlampen weiter zu wagen.
Nach der abschließenden Etappe nach Koblenz-Güls nahm uns Axel Kuhlmann in Empfang, der dankenswerter Weise auch dieses Jahr wieder den Anhänger an unser Ziel überführt hatte. Wir verluden die Boote, verabschiedeten uns von einem ersten Teil unserer Mannschaft und machten uns mit dem Rest auf zur Turnhalle des TV Güls, in der wir wieder preiswert und gut übernachten konnten. Ein echter Geheimtipp ist das an die Halle angrenzende chinesische Restaurant: Für 7 Euro pro Person bekamen wir ein All-You-Can-Eat-Buffet. Menge und Geschmack: Note 1.
Die Mosel hat wieder einmal unter Beweis gestellt, dass sie sich als Ruderrevier über den dritten Oktober hervorragend eignet. Das Wetter war super, wenn auch nachts saukalt, die Truppe war immer gut drauf, die Landschaft ist einfach herrlich. Vielleicht heißt es ja irgendwann: "No, same procedure as every year!".


Jens Wegmann

Fotos zur Fahrt

top