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"Kitzingen? Das ist doch gestört!" oder das Loch im Christbaum
Würzburg - Kitzingen - Würzburg (68 km)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tja, wie kommt man auf die Idee, im November auf Ruderwanderfahrt zu gehen? Liegt es nur daran, dass uns das Rudern hat verblöden lassen? Nein. Ursprünglich wollten zwei Verrückte Markus' Outdoor-Ausstattung testen und zu zweit eine Wanderfahrt unternehmen. Aber der eigentliche Grund war, dass die Universität Osnabrück keine Studienordnung zu Stande kriegt, die vom MWK genehmigt wird. Also schaut man sich nach Alternativen um. Und weil Würzburg nun einmal am Main liegt, es einen Bergfried gibt und eine Uni, war die Idee geboren: Einen Tag Uni-Besichtigung, dann zwei Tage Wanderfahrt. Ohne Landdiest, versteht sich, denn das hatten wir ja dieses Jahr auf dem Main schon getestet und den Main für Gepäck-im-Boot-tauglich erklärt. Aber einen Renn-Doppelzweier auf Wanderfahrt? Wohl kaum. Also war noch ein Platz im Boot frei - und die Suche begann. Wer konnte wohl so animalische Züge an sich haben, dass er mit Markus und Jens im November auf den Main fährt und auch noch eine Etappe stromaufwärts rudert? Da konnte nur Miriam in Frage kommen. Die erklärte sich auch spontan einverstanden.
Die Vorbereitungen waren schnell getroffen. Ein Anruf in Würzburg, einer in Kitzigen und die Bremen samt Maxton-Hänger reserviert. Am 15. November sollte es losgehen.
15. November 2001: Das Unheil nimmt seinen Lauf. Um kurz nach sechs Uhr abends breche ich mit beladenem Auto (Rot- und Glühwein, Rum, Zuckerhüte, Nudeln, Bolognese-Sauce - alles dabei) zu Markus auf. Der ist nach einer halben Stunde (!) eingesammelt und es geht weiter zu Miriam. Nach weiteren 5 Minuten (wieder !) ist auch Ich-bin-nicht-ganz-frisch#3 an Bord. Wir fahren zum ORV, hängen an (verladen hatten wir schon am Tag zuvor) und bei 2° C kann die Wanderfahrt beginnen.
Der Maxton-Hänger wiegt nur 300 Kilo samt Boot, also sind 120 km/h eine gute Geschwindigkeit entscheide ich. Kurz nach Bielefeld übernimmt Markus das Steuer und ich lege mich mit der eigens dafür mitgebrachten Wolldecke hinten im VW-Bus schlafen. Ca. 50 km vor Würzburg fährt ein Auto etwa 3 km lang hinter uns her um uns dann zu überholen mit der Aufschrift auf em Dach "Bitte folgen!". Markus: "Jens, wachwerden!" - "Wieso, sind wir da?" - "Ne, wir haben ein Problem!" Szenenwechsel. "Guten Abend!" - "Guten Abend!" - "Haben sie einen Tacho?" - "Ja!" - "Haben Sie da auch schon mal draufgeschaut?" - (Ja, das letzte Mal, als ich kurz hinter Paderborn den Tempomat aktiviert habe …) - Fazit: 50 Mark (weil wir kooperativ waren), das macht pro Person 15 Mark für eine Stunde früher in Würzburg - guter Schnitt.
In Würzburg angekommen wecken wir Herrn Rosiu und ziehen ins Clubhaus ein. Was macht man als erstes, wenn man in einem Clubraum sitzt, der zwischen 5 und 10 Grad warm ist? Richtig, einen Glühwein heiss. Gut gewärmt und gemühlt fallen wir in unsere Schlafsäcke.
Nach ausgiebigen Frühstück informieren wir uns über das Studium, erkunden Würzburg und riggern auf. Im Bootshaus des ARCW ist derweil Hochbetrieb und unsere T-Shirts werden bewundert. Wir berichten von unserem Vorhaben und stoßen auf Unverständnis ("Kitzingen, schöne Stadt!" - "Kitzigen? Das ist doch gestört!" - "Wieso?" - "Das ist flussauf!") Der erste Höhepunkt steht bevor: Der Marsch auf die Festung Marienberg. Und dabei entstand dieses:


Am nächsten Morgen konnte es dann endlich losgehen: Wir frühstücken, und nachdem wir die von Markus an den Ausleger befestigten Weihnachtskugeln bewundern (der spinnt doch … :-)), tragen wir das Gepäck zum Steg, lassen das Boot zu Wasser, laden die ersten Packsäcke ins Boot, entdecken Wasser im Boot, laden wieder aus und nehmen das Boot wieder raus. Sch… Aber auch dieses Problem löst sich, schließlich haben wir immer Klebeband dabei und um 9:40 kann es endlich losgehen. Dafür, dass wir mit dem Sonnenaufgang (7:32) starten wollten, keine gute Zeit. An der Schleuse Randersacker können wir die Bootsschleuse nutzen, obwohl sie angeblich gesperrt ist, das gleiche an der Schleuse Goßmannsdorf (noch einmal Danke an den freundlichen Schleusenwärter). Als wir in Marktbreit ankommen, wird gerechnet. Wir sind jetzt viereinhalb Stunden unterwegs, haben 21 km geschafft, es wir in zwei Stunden dunkel und wir haben noch 13 km und zwei Schleusen. Das Kommando konnte nur heißen: "Mach mir alles, was Du kannst!" Markus und Jens schieben die Bremen in 45 Minuten 9 km gegen den Strom zur Schleuse Kitzingen und machen eine neue Rudererfahrung: Auch bei etwa 0°C kann man sich Abkühlung wünschen!


So kommen wir also doch rechtzeitig in Kitzingen an und freuen uns auf das schöne Bootshaus. Wir haben am Abend vorher beim Lidl in Würzburg 3 frische Hühnereier gekauft und ich stelle mich mit dem Fotoapparat bereit. Wozu? Markus und ich haben Miriam 60 Mark versprochen, wenn sie sich von uns 3 Eier auf dem Kopf zerschlagen lässt. Nachdem Heimo noch einmal 50 Mark draufgelegt hat, stimmte sie zu. Also los. Nummer eins nimmt seinen matschigen Weg in Miriams Haare. Das nächste Ei folgt ihm auf dem Fuße oder besser auf der Schale und Ei Nummer drei - Mist, daneben. Dabei wollten wir doch drei Eier auf Miriams Kopf zerdeppern. Mehr Eier haben wir nicht, also können wir keins mehr nachlegen. Tja, keine drei Eier, kein Geld. ;-)))))) (Weitere drei Eier haben wir für Andrea verwendet …) - Seid uns nicht böse ... es hat Spaß gemacht.
Eine Feuerzangenbowle rundet den schönen Tag ab.
Der Sonntag verläuft ruhig - zu ruhig: Obwohl wir um sieben Uhr den Weg aus unseren Schlafsäcken finden, sind wir erst um halb zwölf auf dem Wasser. Also wieder Druck auf die Blätter und wir legen durchgefroren um kurz nach vier beim ARCW am Steg an. Wären wir nicht auf so freundliche Schleusenwärter getroffen, die uns alleine in der Schifffahrtsschleuse bewegten, wäre es wohl wieder spät geworden.
Nach dem Abriggern und Verladen machten wir uns auf den Heimweg, nahmen noch eine kräftige Brotzeit zu uns und waren um kurz nach halb elf wieder in Osnabrück.
Fazit: Saukalt, Sauschön, Saulustig - absolute Kultfahrt, die einen festen Platz im Rudern-macht-doof-Fahrtenkalender bekommt!

Jens Wegmann

Fotos zur Fahrt

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