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Lago-Maggiore Wanderfahrt vom 30. September bis 8. Oktober 2006
Ghiffa - Locarno - Verbania - Sesto Calende - Ghiffa (160km)

 

 

 

Der Lago Maggiore – Traum vieler Wanderruderer

Diesen Traum haben sich im Herbst 2006 sieben Osnabrücker Wanderruderer erfüllt und sind in einer Woche den Lago Maggiore umrudert.
Wir haben vor der Fahrt versucht möglichst viele Informationen aus Fahrtenberichten anderer Ruderer zu sammeln. Wie bei Wanderfahrten auf allen Seen ist auch der Lago Maggiore nicht ganz ungefährlich für Ruderer. Innerhalb kürzester Zeit können gefährliche Winde aufkommen. Die Ufer fallen an vielen Stellen steil ins Wasser ab, so dass man nur an wenigen Stellen anlegen und die Boote aus dem Wasser heben kann. In anderen Uferbereichen sind hohe Schutzmauern gebaut worden, da der Wasserstand des Sees bis zu vier Meter am Tag schwanken kann. An diesen Mauern können ebenfalls keine Boote ausgehoben werden. Daneben sorgt der Schiffsverkehr, der im borromäischen Golf besonders stark ist, für hohe Wellen. Es ist daher empfehlenswert Rettungswesten zumindest an Bord zu haben, um diese bei einem Wetterumschwung anlegen zu können. Ein Handy für den Kontakt zum Landdienst und Notrufe ist fast eine Selbstverständlichkeit, ein Navi im Boot erleichtert die Navigation bei schlechter Sicht durch Nebel oder starken Regen.

Der Lago Maggiore ist ein Bergsee und erstreckt sich über 66km Länge von Locarno in der Schweiz bis in die Poebene. Er ist zwischen 1,5km und 4 km breit und bis zu 372m tief. An Ruhetagen oder bei schlechtem Ruderwetter laden die umliegenden Berge zu Wanderungen ein, oder man besucht einige der Sehenswürdigkeiten am See. In Ascona lädt die Promenade zu flanieren ein. Lohnenswert ist auch ein Besuch in Porto Ronco. Der Ort, in dem zahlreiche Künstler lebten und auch Erich Maria Remarque begraben ist, liegt oberhalb von Ascona und bietet einen wunderschönen Blick auf die Bucht von Ascona und Locarno. Sehenswert sind auch die borromäischen Inseln und die botanischen Gärten auf den Inseln vor Brissagio. Im Westen des Sees bietet der Nationalpark Valle Grande zahlreiche Wanderwege. Unser Reiseführer empfahl uns Wanderungen durch unberührte Natur ab Cicogna. Die Auffahrt ist sehr schmal und steil, so dass sie nur bergerprobten Fahrern empfohlen werden kann, da man auf der Strecke wenden kann. Der gewählte Rundwanderweg war leider wegen Giftschlangen und Wildschweinen gesperrt.

Als Unterkunft haben wir uns für ein Standquartier in einer Herrschaftsvilla in Ghiffa entschieden. Am Nordausgang von Ghiffa befindet sich ein Parkplatz, von dem aus zwei Rampen zum See führen. Hier können wir unsere Boote bequem aufriggern und einsetzen. Unser erstes Ziel ist Locarno im Norden des Sees. Hinter Cannero Riviera ruderten wir an zwei kleinen Inseln mit Ruinen, den Castelli di Cannero vorbei. Diese sind auch in der Mitte der DRV-Imagebroschüre abgebildet.
In Cannobio können wir leider nicht wie geplant im Ort anlegen. Dort liegen bereits zwei Vierer am Steg, so dass wir etwas weiter nördlich an einem Campingplatz anlegen. Bei Brissagio kommt man an den beiden Isole di Brissagio vorbei, auf denen sich botanische Gärten befinden. Nachdem wir diese Inseln hinter uns gelassen haben liegt vor uns die Bucht von Ascona. Wir vermissen unsere Landkarte oder ein Navi, weil die Lage des Rudervereins, der Societa Canottieri Locarno nicht kennen und nur raten können welche Richtung wir ansteuern müssen.
In Locarno werden wir freundlich empfangen und können unsere Boote auf dem Vereinsgelände liegen lassen. Hier erfahren wir, dass der See sehr selten so spiegelglatt ist, wie an diesem Tag. Dass wir in den nächsten Tagen fast durchgängig so glattes Wasser haben werden ist noch ein frommer Wunsch.
Am nächsten Tag fahren wir auf dem Rückweg nach Ghiffa zunächst die nördliche Bucht des Sees aus und rudern dann am Ostufer zurück. Unser Landdienst kauft in der Zwischenzeit in der Schweiz frisches Fleisch beim Metzger ein, das dort etwa doppelt so teuer ist wie in Italien.
In Gerra mündet ein kleiner Bach in den Lago. Seine Mündung bietet sich mit Flachufer, einem Parkplatz und Bänken als Rastplatz an. Die nächsten 12 Kilometer bis Maccagno ist das Ufer sehr steil und felsig, so dass man hier nicht anlegen kann. Gegen 14 Uhr kommt plötzlich innerhalb von zwei Minuten ein starker Wind auf, der Wellen mit Schaukronen auftürmt. Wir fahren daher dicht unter Land um kein Wasser zu fassen. Der Wind lässt nach eineinhalb Stunden ebenso schnell nach wie er aufgetreten ist.
In Maccagno mündet der Torrente Giona in den Lago und hat ein großes Delta aufgespült. Hier befindet sich der Parco Giona der zum Rasten einlädt. Der Parkplatz ist in der Hauptsaison gebührenpflichtig und muss in der Bar Parco bezahlt werden.
Um nicht direkt vor Ghiffa bei Wind 3km über den See fahren zu müssen kreuzen wir sofort den See, der hier nur 1,5km breit ist. Der Landdienst nimmt mit unserem T5 für etwa 11 Euro die Fähre von Laveno nach Intra.
In Giffa finden wir außer der Einsatzstelle keine geeignete Anlegestelle. Etwa vier Kilometer weiter südlich finden wir den Circolo Velico Canottieri Intra. Dieser Segelverein mit Segelschule verfügt über eine Rampe und gleich nebenan gibt es einen Strand. Wir durften unsere Boote auf dem Vereinsgelände liegen lassen. Lässt man die Boote an einem Strand liegen, sollte man sie anbinden, da der Wasserstand am Lago schwanken kann.
Am dritten Tag umrudern wir den borromäischen Golf. Die Mittagspause machen wir in einer (nicht empfehlenswerten Eisdiele) in Feriolo und umrunden anschließend die Isola Bella und Isola dei Pescatori. Die hier fahrenden Motorboote sorgen für unruhiges Wasser und Kreuzwellen. Der Steuermann muss hier aufpassen und die Wellen einschätzen, um kein Wasser zu fassen. Auf der Rückfahrt kommt innerhalb von zwei Minuten ein starker Nordwestwind auf, der wieder Wellen mit Schaumkronen auftürmt. Glücklicherweise kommt er von Backbord, und wir können parallel zu den Wellen fahren. Die Isola Madre gibt uns auch etwas Windschatten.
Am vierten Tag entschieden wir uns aufgrund des guten Wetters, des spiegelglatten Sees und unserer Winderfahrungen zunächst am Ostufer nach Süden zu rudern. Am nächsten Tag haben wir so die Möglichkeit den Golf von Borromeo auszufahren und müssen den See nicht erneut queren.
Am Ostufer befindet sich südlich von Laveno das Kloster Santa Caterina del Sasso, das in den steilen Felsen hineingebaut ist. Die Berge werden nun deutlich kleiner und sind weiter vom See entfernt und das Ufer wird flacher. Dafür besteht das Ufer nun häufig aus Schilfgürteln oder Privatgrundstücken, was die Suche nach Anlegestellen nicht einfacher gestaltet.
Die Mittagspause verbringen wir am Steg eines Hotels in Ranco. Im drei Kilometer entfernten Ispra wartet unser Landdienst vergeblich auf uns, da die Steuerleute die Orte verwechselt haben.
Die Boote wollen wir über Nacht im Bereich der Mündung des Lago in den Ticino lagern. Hier gibt es mehrere Campingplätze und Yachtclubs. Wir finden schließlich am rechten Ticino-Ufer eine Yachtwerft auf deren Gelände die Boote über Nacht liegen dürfen. Anschließend essen wir in der „Gelateria del Lago“ in Sesto Calende endlich sehr leckeres italienisches Eis.
Am letzen Rudertag zeigt sich der Lago erneut von seiner besten Seite und liegt spiegelglatt vor uns. Die Mittagspause verbringen wir in Stresa im Cafe direkt an der Seilbahn. Hier befinden sich Schwimmstege an denen man gut anlegen kann. Es empfiehlt sich, wegen der starken Wellen, die die Motorboote hier werfen, die Boote auszuheben und am Ufer zu lagern. Zur Hochsaison sind hier viele Touristen unterwegs, so dass ruhigere Orte als Rastplatz besser geeignet sind. Zum Abschluss der Fahrt umrunden wir noch einmal die Isola Bella und heben die Boot an der ersten Einsatzstelle aus.

Nach 5 Rudertagen können wir 160 Ruderkilometer in das Fahrtenbuch eintragen und behaupten, dass wir eines der schönsten Rudergewässer berudert haben. Wir freuen uns schon auf die nächste Lago-Wanderfahrt.

Die beschriebenen Anlegestellen, Vereinsadressen und einen Link zu weiteren Informationen haben wir auf der Internetseite www.werow.com im Gewässerführer zum Lago Maggiore zusammengetragen.
An dieser Stelle noch eine Bitte an alle Leser: Wenn Ihr weitere Informationen zu Wanderfahrten auf dem Lago Maggiore habt, teilt uns diese bitte per E-Mail an heineking@orv.de oder telefonisch unter 0541-8602162 mit, damit wir diese sammeln und allen Ruderern bereitstellen können.

Fotos zur Fahrt

Adressen der besuchten Wassersportvereine:
Locarno:
SOCIETÀ CANOTTIERI LOCARNO
Via G.Respini, 5
CH- 6600 Locarno
+41 (0) 91 751 29 97
http://www.sclocarno.ch/
Hier ließen wir unsere Boote über nach auf dem Vereinsgelände liegen.

Circolo Velico Canottieri Intra A.S.D.
Via Ticino 6
28921 Verbania Intra VB
telefono +39 0323 581201
www.cvci.it
Hier konnten wir unsere Boote zwei Nächte lang auf dem Vereinsgelände lagern.

weitere Adressen:
Societa Canottieri Intra
Via Nazionale 4
28921 Verbania
+39 323-402136
canottieriintra@libero.it
www.canottieriintra.it
Kanuverein am Ortseingang Intra. Ob hier ruderbootraugliche Stege sind, ist uns leider nicht bekannt.

Markttage:
Der größte und bekannteste Markt ist der Mittwochsmarkt in Luino am Ostufer des Lago Maggiore, der von 9 bis 16 Uhr stattfindet. Zu dieser Zeit ist der Schiffsverkehr und somit die Wellen besonders stark, so dass man den Ort besser meidet. Weitere Markttermine sind auf http://www.reisefuehrer-lagomaggiore.de/maerkte.php zu finden.

Winde am Lago Maggiore: (kein Anspruch auf Vollständigkeit!!!)
Am Lago Maggiore können innerhalb kurzer Zeit sehr heftige Winde auftreten. Es ist daher ratsam, aufmerksam das Wetter und die Wolken zu beobachten. Plötzlich aufgelöste Schäfchenwolken können ein Zeichen für einsetzende Winde sein.

Hier noch einige Zitate aus dem Internet mit ihren Quellen rund um Winde am Lago:
Cannobio ist für Katamaran-Segler und Windsurfer optimal gelegen. Aufgrund der geographische Position in der Düse des Lago Maggiore, deren Besonderheit sich am ehesten von ganz oben aus erkennen läßt, gibt es stets genug Wind: am Morgen aus dem Norden (1 bis 3 BFT), nachmittags aus dem Süden (3 bis 5 BFT).
Quelle: http://www.tomaso.com/cannobio2_d.html

Während der angenehmen Jahreszeit herrschen hier überwiegend zwei verschiedene Winde, zum einen der Tramontana ein Wind der morgens vom nördlichen Alpengebiet über den See nach Süden zieht, sowie der Inverna der genau umgekehrt gegen Nachmittag von der Poregion Richtung norden weht. Genutzt werden diese Winde natürlich überwiegend von Wassersportliebhabern die auf dem See Segeln oder Windsurfen.
Quelle: http://www.italien-inseln.de/italia/seen/lago-maggiore.html

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